Donnerstag, 22. August 2013

Die Fragen, die Bioshock Infinite stellt - Wahrheitsfindung und American Exceptionalism

Spoilers ahead.


"From this angle: Heads. From this angle: Tails. It's all a matter of perspective." - Die Lutece Twins in Bioshock Infinite

„Die meisten bekommen eine Meinung, wie man einen Schnupfen bekommt: Durch Ansteckung.“
Meinen, Wissen, Denken - alles das spielt eine große Rolle in Bioshock Infinite. Dazu greife ich kurz ein klassisches Philosophieproblem auf und erläutere philosophische Ansätze zu: Was ist Wissen?
Einer langläufigen Definition nach ist es im besten Fall "gerechtfertigte, wahre Meinung". Wer etwas weiß oder Wissen meint angesammelt zu haben, der hat also einen Grund etwas für dieses Wissen, sei dieser auch noch so seltsam oder schwach. Des Weiteren ist der "Wissende" überzeugt von dieser Meinung und würde sie so nach außen vertreten. Eine Überzeugung könnte ja eine Ursache haben, die aber trotzdem als nicht ausreichend oder schlichtweg falsch angesehen wird. Und zu guter Letzt muss diese Meinung natürlich mit den Fakten übereinstimmen, sonst handelte es sich nur vermeintliches oder falsch erworbenes Wissen. 
Mit dieser Definition gehen genug Probleme einher, die jetzt zu weit führen würden, wenn man alle Probleme diskutieren würde. Wen das interessiert, der lese hier bezüglich des "Gettier-Problems" weiter. Festzuhalten bleibt: Eine Meinung zu haben ist leicht, eine gute und damit begründete zu haben ist schwer. Oftmals auch ist eine Meinung und ihre Stabilität nur eine Frage der Perspektive. Damit arbeitet Bioshock Infinite und greift dazu bis in die Quantenphysik, in dem es die Auswirkungen verschiedener Entscheidungen durch Paralleldimensionen für den Spieler erfahrbar macht. Ein Hauptthema von Bioshock Infinite, das sich in verschiedenen Ausformungen durch das ganze Spiel zieht, ist "American Exceptionalism". Die Auserwähltheit Amerikas als Nation und Volk über den Rest der Welt. Bei einem für und wider dieser Weltsicht, wie bei allen Meinungsfindungen, sollte man sich immer wieder fragen, ob man sich zumindest an ein paar Standards der Wissensfindung gehalten hat. Ist eine Prespektive allein der Grund dafür, dass man eine Sichtweise angenommen hat? Einfluss anderer? Hat man genug Information über die vermeintlich falsche Gegenseite gesammelt, damit man weiß, dass die eigene die "richtigere" Meinung ist?